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15.10.2015

Höchstleistungsrechner als Wirtschaftsfaktor.

Professor Michael Resch zu Gast beim MIT Kreisverband Böblingen.

"Silicon Valley - Shanghai - Stuttgart: HPC und Big Data als Schlüsseltechnologien erfolgreicher Wirtschaftsregionen“ lautete das Motto eines Vortrags den Prof. Michael Resch, seit 2003 Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart (HLRS) und damit der "Herr" über eines der schnellsten zivilen Rechensysteme Europas ist, im Schulungszentrum der Firma Perma Trade in Böblingen hielt.

 

Der Wissenschaftler erläuterte bei der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MIT vor rund zwei Dutzend Interessierten Zuhörern, Aufgaben und Bedeutung von Höchstleistungsrechnern (high performance computer - HPC). Neben Institutionen aus Wissenschaft und Gesellschaft profitiert insbesondere auch die heimische Wirtschaft von ihnen. Zu ihren wichtigsten Potentialen gehören die Vorhersagbarkeit von Phänomenen, die Reduktion von Kosten und Risiken sowie die Optimierung von Prozessen und Produkten. Die Verfügbarkeit von Hochleistungsrechnern bietet deshalb wichtige Standortvorteile für den Großraum Stuttgart. Auf den Computern „Hermit“, „Hornet“ und „Hazel Hen“, die sich im HLRS in Vaihingen befinden, werden rund um die Uhr für Laien kaum vorstellbare Mengen von Rechenoperationen durchgeführt. Sie gehören zu den weltweit leistungsfähigsten HPC.

Zwar dominiere die wissenschaftliche Nutzung der viele Millionen Euro teuren Forschungseinrichtung, doch rund zehn Prozent der Kapazität des Zentrums sei durch externe Nutzer belegt, erklärte Michael Resch. Die großen Stuttgarter Automobilunternehmen gehörten etwa dazu. Sie entwickeln mit Hilfe von Simulationen an den Computern unter anderem ganzen Fahrzeugteile. Aber auch kleinere Betriebe können dort beispielsweise Konstruktionen und Fertigungsverfahren berechnen und in Simulationen darstellen lassen. Das verringere Kosten und Risiken, oft werde hierdurch der Bau von Prototypen unnötig.

Oliver Zander Der Leonberger CDU-Stadtrat und MIT-Stadt- und Kreisvorsitzende betonte, dass allein schon der Transfer größerer Datenmengen für kleinere Firmen oft ein großes Problem darstelle. Der Prokurist der Firma Permatrade ist ein überzeugter Verfechter von leistungsfähiger Datenübertragung durch schnelles Internet. Das Breitbandnetz müsse rasch ausgebaut werden, idealerweise bis in alle Häuser hinein, auf jeden Fall aber in den Gewerbegebieten, forderte er. Es sei längst kein Standortvorteil mehr, wenn man schnelle Datenleitungen habe, sondern vielmehr ein Nachteil, wenn man sie nicht anbieten könne.

Professor Resch stimmte dieser Aussage zu. „Glasfaserkabel gehören in Gewerbegebiete wie Strom, Wasser oder Gas“, betonte der aus dem österreichischen Graz stammende Wissenschaftler. Oliver Zander geht die Entwicklung in Sachen Breitbandausbau nicht rasch genug voran. Um im Kreis Böblingen eine möglichst flächendeckende Versorgung mit der schnellen Technik zu erreichen, brauche es ein Gesamtkonzept, so Zander. Dieses müsse die stufenweise Umsetzung des Vorhabens umfassen. Fördermöglichkeiten müssten hierbei selbstverständlich ausgeschöpft werden.

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