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30.08.2014

Florian Bandt, meine Meinung: Lokale Wirtschaftsförderung

Herrenberg geht es oberflächlich betrachtet ausgezeichnet. Getragen von einer selten dagewesen wirtschaftlichen Entwicklung haben wir eine Rekordverdächtig niedrige Arbeitslosenquote. Zudem profitieren Häuslebauer von einem historisch niedrigen Zinsniveau. Auch für die Unternehmer sprudeln die Einnahmen vielerorts in einem erheblichen Ausmaß. Alles gut, sollte man meinen. Ganz so einfach ist das aber leider, wie so häufig im Leben, nicht.

Für die Unternehmen ist es erheblich schwieriger geworden geeignete Azubis zu finden. Ganz zu schweigen vom qualifizierten Personal. Was dies für die Geschäftsentwicklung bedeutet ist offensichtlich. Ohne ausreichend Personal müssen Aufträge abgesagt werden und verhindern damit wichtige Folgeaufträge und/ oder Investitionen.

Die niedrigen Zinsen befördern die Kosten für ein Eigenheim von einem Höchstwert zum anderen. Quadratmeterpreise im Wohnungsneubau liegen in der Zwischenzeit jenseits der 3000 €/qm Marke. Dadurch wird es für Menschen mit „normalen“ Berufen zusehends schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich, dieses wichtige Standbein der Altersvorsorge überhaupt finanzieren zu können. Was im Umkehrschluss heißen kann, dass man woanders hinziehen muss. Meiner Einschätzung nach ist dies eine gefährliche Konsequenz, da eine Stadt durch seine Vielfalt im sozialen Gefüge und einem hohen Freizeitwert an Attraktivität gewinnt und nicht durch steigende Preise. Als Mitglied und Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) Herrenberg / Umland sehe ich nicht, dass auf lokaler Ebene diesen Trends konsequent genug begegnet wird. Eine teilweise öde Innenstadt, mit immer weniger Geschäften, kann nun wirklich nicht als Attraktivitätsbonus bzw. Aushängeschild für eine Förderung des Mittelstands wahrgenommen werden.

Wo ist denn eigentlich ein geeigneter Industriepark für die kleinen Unternehmer unserer Region? Junge Unternehmer haben in vielen anderen Städten großes bewirkt und funktionieren wie eine Zentrifuge für andere Menschen sich hier anzusiedeln. Initiativen die Startups für Herrenberg gewinnen sollten dafür unbedingt entwickelt werden. Denkbar wäre doch eine Ansiedlung auf dem Rigips-Gelände in Gültstein, oder nicht?

Außerdem sollten endlich genügend Bauplätze zur Verfügung gestellt werden um einer unnötigen Immobilienblase entgegen zu wirken und um den Weg frei zu machen Bewerbern aus anderen Regionen Deutschlands und der Welt hier ein Zuhause zu bieten.

Eins sollten unsere verantwortlichen Politiker in Stadt und Land nicht vergessen. Neue Jobs, und damit der Erhalt unseres Wohlstands, waren in den vergangenen Jahrzehnten nicht Großkonzernen zu verdanken, sondern regionalen Champions. Dem Mittelstand.

Florian Bandt
Vorsitzender Stadtverband Herrenberg / Umland
Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT)

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