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23.11.2015

Cybercrime – ein Gefahr für den Wirtschaftsstandort Baden Württemberg?

Durch kriminelle Aktivitäten im Internet wird immer mehr wirtschaftlicher Schaden angerichtet. In Baden-Württemberg ist bereits jedes zweite Unternehmen schon einmal Opfer von Attacken aus dem Cyberspace geworden. Der Kreisverband Böblingen, der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) richtete deshalb am 18. November in Böblingen eine Informationsveranstaltung zum Thema Cybercrime aus

Der Vorsitzende des MIT Kreisverbands Böblingen Oliver Zander und der Landtagsabgeordnete Paul Nemeth hatten Kriminaloberrat Jürgen Fauth von der Abteilung Cybercrime/Digitale Spuren des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zu einem Fachvortrag über die Gefahren und Präventionsmöglichkeiten im Bereich der Internetkriminalität eingeladen.

Für Paul Nemeth stand bei seinen einleitenden Worten fest, dass insbesondere für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg das Problem der Internetkriminalität auf Dauer eines der zentralen Sicherheitsthemen sein werde: „Durch die Digitalisierung werden wir immer abhängiger von der Informationstechnologie. Der Schutz von Daten, Informationen und Innovationen muss zur Chefsache werden.“  Doch auch angesichts der aktuellen Terrorbedrohung für ganz Europa sei das Thema von großer Bedeutung: „Krieg findet zukünftig auch im Netz statt. Was wäre in Deutschland los, wenn eine Terror-Bande unser Stromnetz lahmlegen würde?“, so der Landtagsabgeordnete aus Böblingen.

Im gut gefüllten Vortragsraum des Paladions in Böblingen, informierte Kriminaloberrat Fauth über die aktuelle Lage. Dass es sich bei Cybercrime nicht um ein Nischenthema handelt, machte er gleich am Anfang mit alarmierenden Zahlen klar: „Spionage, Sabotage und Datenklau trifft jedes zweite Unternehmen“, so der erfahrene Polizeibeamte. Ein großes Problem sei, dass viele Opfer aus Angst vor Reputationsverlust und wirtschaftlichen Folgeschäden davor zurückschreckten, Fälle von Cybercrime den Sicherheitsbehörden zu melden. Die Dunkelziffer sei deshalb enorm. „Befürchtungen vor dem Verlust von Ansehen oder wirtschaftliche Ausfälle durch Beschlagnahmungen sind unbegründet. Die Polizeibehörden arbeiten in diesem Bereich konspirativ und diskret“, so Fauth.

Anschließend berichtete der Kriminaloberrat über die unterschiedlichen Spielarten der Internet-Kriminalität, wobei den Zuhörern beunruhigende und teilweise verstörende Berichte von Hacker Attacken und anderen Kriminalitätsfeldern nicht erspart blieben. Im Extremfall könnten kriminelle Attacken zur Zerstörung von Produktionsanlagen und in den Konkurs führen. Die größten Bedrohungsfelder lägen weiterhin in den „klassischen“ Feldern der Wirtschaftsspionage, des international organisierten Online Betrugs und der Sabotage. Aber auch Fälle von Identitätsdiebstahl, der Verbreitung von vertraulichen Informationen über das sogenannte „Darknet“ und dem „Kidnapping“ von Computern und mobilen Geräten durch sogenannte Ransom Warenähmen dramatisch zu.

Jürgen Fauth betonte die große Bedeutung einer umfassenden Koordination von Ermittlungen über „Cyber-Abwehrzentren“ und der intensiven Kooperation mit anderen Organisationen wie Europol oder den Branchenverband Bitkom.  

Oliver Zander wies auf die gestiegene Wichtigkeit der Datensicherheit hin: „Ich bin über das Ausmaß der Bedrohung schockiert und überrascht. Dass das Thema auch für die Politik mehr als bedeutend ist, merkt man bereits daran, dass mittlerweile Versicherungen „Produkte“ zum Thema Schutz vor Cybercrime-Schäden anbieten“ so der Prokurist der Firma Perma Trade. Zander ist auch Mitglied des MIT Bundesvorstands und sitzt im Leonberger Gemeinderat.

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